SiVMS Videoanalyseservice

Der Analysedienst erweitert die Videoserver um eine Reihe von internen Algorithmen und Schnittstellen zu Fremdsystemen für die Videoanalyse.

Funktionsweise

Der Analysedienst ist ein Windows Systemdienst ohne eigene Bedieneroberfläche. Die gesamte Konfiguration nach der Einrichtung erfolgt über das Videomanagementsystem sowie über den SiNEO©-Administrator.

SiVMS Videoanalyseservice SiNEO© Administrator Screenshot

SiVMS Videoanalyseservice SiNEO© Administrator

Der Analysedienst kommuniziert mit dem Videoserver über eine TCP/IP-Schnittstelle, die als Videoserververbindung im Videomanagement einzutragen ist. Für die Videoanalyse sowie für die Aufbereitung der Bildsignale für Fremdsysteme benötigt der Analysedienst die Videoströme der Quellen, für die Analysealgorithmen definiert wurden. Hierzu bedient sich der Dienst den sogenannten Proxy-Kanälen des Videoservers.

Die Ergebnisse der Videoanalyse werden an die Videoserver bereitgestellt und stehen als Ereignisse zur Verfügung. Weiterhin liefert der Analysedienst Videoströme mit eingebetteten Daten aus der Analyse, die an den Arbeitsplätzen darstellbar sind.

Besonderheiten

Der Analyseserver kann mit allen Videoquellen des Servers eingesetzt werden, die MJPEG, H.264 und MPEG-4 Videoströme liefern. Jedem Videokanal des Videoservers können individuell alle im Dienst bereitgestellten Algorithmen zugewiesen werden. Die Aufbereitung des Signals (Dekodierung) erfolgt jedoch nur einmal pro Videoquelle, d.h. die vom Videoserver empfangenen Ströme werden einmalig empfangen und daraufhin an die zugewiesenen Algorithmen verteilt.

Der Analyseserver verfügt über eigene Dekoder für MJPEG, H.264 und MPEG-4 Videoströme. Zur Optimierung der Performance des Servers können Bildgrößen und Bildfrequenzen für jede Videoquelle getrennt reduziert werden. Weiterhin stehen für die H.264 und MPEG-4 Formate Main-Frame Filter zur Verfügung, die nur das erste Bild eines GOV (H.264) bzw. GOP(MPEG-4) dekodieren und somit eine erhebliche Verminderung der Systemauslastung ermöglichen.

Auswertung der Analyseergebnisse

Die Alarme der Videoanalyse werden an den Videoserver als Ereignisse weitergeleitet. Hierzu können individuell die Auslösungen an die Events MOTION, TRIGGER1 bis TRIGGER4 und ANALYSIS der jeweiligen Videoquelle zugeordnet werden. Innerhalb des Videomanagements stehen diese Events in der üblichen Form z.B. für Aufschaltungen oder Aufzeichnungen und zur Weitergabe an das Meldungsmanagement zur Verfügung.

Der Analysedienst arbeitet zusätzlich als Videoserver, auf den über die Arbeitsplätze zugegriffen werden kann. Die abzurufenden Videoströme entsprechen den Bildern der Originalquelle mit zusätzlichen im Bild eingeblendeten Daten aus dem jeweiligen Algorithmus (OSD – On Screen Display). Bei Algorithmen, die Bereiche oder Objekte innerhalb des Bildes erkennen, werden diese Informationen als zusätzliche Metadaten in den Videostrom eingefügt und stehen beispielsweise für 3dimensionale und automatisierte PTZ-Steuerungen zur Verfügung.

Weiterhin verfügt der Analysedienst über einen optionalen OPC-DA Server, der einen externen Zugriff auf bestimmte Ereignisse und Zustände der Videoanalyse ermöglicht. Dieser greift über das SiNEO©-Datenmodell auf den Serverdienst zu und passt den Datenbestand automatisch an.

SiVMS Videoanalyseservice OPC-Server Screenshot

SiVMS Videoanalyseservice OPC-Server

Diese Schnittstelle steht für den OPC-DA Client des Videoservers, für den P5 Kommunikationsserver aber auch für Fremdsysteme zur Verfügung.

Algorithmen

Mit dieser Version werden lizenzfrei folgende Grundalgorithmen bereitgestellt:

Folgende Algorithmen sind lizenzpflichtig:

Die Algorithmen sind ohne Lizenz lauffähig, melden aber in diesem Fall keine Daten an den Videoserver.

Schnittstellen zu Fremdanalysesystemen

Neben den systemeigenen Algorithmen verfügt der Analysedienst SiVMS Videoanalyseservice über Schnittstellen zu Fremdanalysesystemen, die in das Videomanagement nahtlos eingebunden werden. Zumeist greifen diese Analysesysteme direkt auf die Videoquellen zu oder sind bereits Bestandteil dieser, können aber gegebenenfalls auch über die Proxy-Kanäle der Videoserver mit MJPEG, H.264 und MPEG-4 Bildströmen versorgt werden. Bei diesen Schnittstellen werden die Analysedaten an das Videosystem weitergeleitet und zusätzlich ein Videosignal generiert, das sich aus dem Originalstrom und den im Bild dargestellten Analysedaten bildet (OSD – On Screen Display). Die Analyseergebnisse der externen Systeme werden als Ereignisse an das Videomanagement übergeben.

Folgende Schnittstellen werden mit der aktuellen Version bereitgestellt:

Alle genannten Schnittstellen sind lizenzfrei.

Methoden der Einbindung von Fremdanalysesystemen ins Schille VMS Diagramm

Methoden der Einbindung von Fremdanalysesystemen ins Schille VMS

Der Analysedienst unterscheidet zwischen zwei Methoden zu Fremdanalysesystemen. Die erste Methode sieht eine Erfassung der Ereignisse der Analyse vor. Hierbei werden die Alarme dem Videomanagement zugeführt und lösen direkt Funktionen aus. Die zweite Methode erweitert die Schnittstelle um eine Verarbeitung der sogenannten Metadaten, die eine Lokalisierung und Bestimmung der erkannten Objekte ermöglichen. Mit der zweiten Methode ist es beispielsweise möglich, die Objekte in Lageplänen dynamisch anzuzeigen oder 3-dimensionale Kamerasteuerungen vorzunehmen.

Die Unterstützung der jeweiligen Methode ist von der Art der Daten abhängig, die das Fremdanalysesystem über die Schnittstellen bereitstellt.