Bekannte Einschränkungen von ONVIF

Bei der Implementierung der ONVIF-Schnittstelle in die Schille Produkte wurden vielseitige Tests mit zahlreichen Video-Quellen und ONVIF-Funktionen durchgeführt. Dabei wurden Einschränkungen ersichtlich, die mit der Nutzung der ONVIF-Schnittstelle einhergehen. Dazu gehören Abweichungen von der offiziellen ONVIF-Spezifikation, Einschränkungen bezüglich Perfomance und Funktionsumfang, oder schlicht Fehlfunktionen.

Eine Zusammenfassung dieser Einschränkungen finden Sie in der folgenden Auflistung:

Event Service ver. 1.2

Wir suchen noch eine ONVIF-Videoquelle, welche die Event Service Funktion (ONVIF Event Service ver. 1.2), wie in ONVIF Version 2 beschrieben, unterstützt. Wir haben mehrere Kameras und Encoder auf Basis der neuen ONVIF-Version getestet, aber diese optionale Funktion wird nicht unterstützt oder funktioniert nicht richtig. Das führt zu einem Problem. Das Lesen der Zustände von Eingängen und Relaisausgängen wird nur in der Event Service Funktion definiert. Ohne das Auslesen der Ergebnisse kann die Analytik auf Basis von ONVIF nicht implementiert werden.

NVTs mit Fehlfunktion bei ONVIF-Implementierungen

Nach der Prüfung mehrerer ONVIF-kompatiblen Videoquellen stellten wir fest, dass einige Hersteller, nur eine beschränkte, manchmal gar fehlerhafte Funktionalität der ONVIF-Schnittstelle anbieten. Aufgrund dieser Erfahrung führen wir eine XML-Liste für „ONVIF zertifizierte Geräte“, welche dem Standard folgen. Für die anderen Video-Quellen bieten wir alternativ den Zugriff über unsere native Schnittstelle.

JPEG über RTP

Der Schille ONVIF-Client bietet keine Unterstützung für JPEG-über RTP (RFC 2435 – RTP Payload Format für JPEG-komprimierte Videos) und wird dies auch in Zukunft nicht tun. Es ist Unsinn, zu große Bilder in kleinen Paketen über das Netzwerk getrennt zu übertragen. Die besagte Spezifikation (Data formats and compressions) beschränkt gleichzeitig die Frame-Größe auf 4 Mio. Pixel. Von unserem Client wird die deutlich schnellere und zuverlässigere JPEG-Übertragung, welche über die native JPEG-Pull- und MJPEG-Schnittstelle der Videoquelle erfolgt, unterstützt.

PTZ-Steuerung

Besonders, wenn Sie einen Joystick verwenden, dürfen Sie nicht erwarten, dass eine schnelle und latenzfreie PTZ-Steuerung über ONVIF möglich ist. Das SOAP-Protokoll benötigt bis zu 20 Mal mehr Daten um einen PTZ-Befehl zu übertragen, als ein natives Schnittstellen-Protokoll. Hinzu kommt, dass jeder Befehl vom Video-Source-Web-Server quittiert werden muss. Dies führt zu wenigeren Kontroll-Zyklen pro Sekunde und verhindert eine reibungslose und schnelle PTZ-Steuerung.

Hier ist ein Beispiel:

Axis PTZ-Steuerung nach links über die native Schnittstelle:

axis-cgi/com/ptz.cgi?continuouspantiltmove=-1,0

Der gleiche Befehl über den ONVIF Service:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<SOAP-ENV:Envelope 
 xmlns:SOAP-ENV="http://www.w3.org/2003/05/soap-envelope" 
 xmlns:SOAP-ENC="http://www.w3.org/2003/05/soap-encoding" 
 xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" 
 xmlns:xsd="http://www.w3.org/2001/XMLSchema" 
 xmlns:tt="http://www.onvif.org/ver10/schema" 
 xmlns:tptz="http://www.onvif.org/ver10/ptz/wsdl"> 
 <SOAP-ENV:Header></SOAP-ENV:Header>
 <SOAP-ENV:Body>
 <tptz:ContinuousMove>
 <tptz:ProfileToken>profile</tptz:ProfileToken>
 <tptz:Velocity>
 <tt:PantTilt x="-1.0" y="0.0" />
 <tt:Zoom x="0.0" />
 </tptz:Velocity>
 </tptz:ContinuousMove>
 </SOAP-ENV:Body>
</SOAP-ENV:Envelope>
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